bin mir nicht sicher ob das in die Rubrik gehört . Habe schon oft hier gelesen das mansche alte Modelle für Umbauten verwenden. Meine Frage: Ist es möglich ein Modell das mehr als 15 Jahre alt ist und mit Revell Farbe bepinselt wurde wieder clean zu bekommen? Habe noch zwei SKs und ein F90 die schrecklich gebaut sind aber würde diese gerne für Umbauten verwenden. Freue mich auf Ratschläge
Hallo Thomas Ich kaufe immer wieder bei Auktionen ältere Modelle, die teilweise schrecklich gebaut, lackiert und verklebt sind. Zum Einen kommen die recht billig rüber, zum Anderen verwende ich davon nur Teile, bei denen ich sonst einen ganzen Bausatz - der meist noch recht rar ist- plündern müsste. Ich entlacke meine Teile immer mit Bremsflüssigkeit. Meist reicht ein Tag lang das Bad darin, dann geht die Farbe unter dem Wasserstrahl der Waschbeckens leicht herunter. Bei verchromten Teilen dauert dies oft schon mehrere Tage. Die Bremsflüssigkeit bekomme ich bei meinem Autohändler. Dabei ist natürlich mit großer Vorsicht zu arbeiten, da diese Flüssigkeit sehr giftig ist gehe ich nicht mit den Fingern ins Tauchgefäß,sondern nehme eine Zange. Man sollte auch die Teile NIEMALS zu lange in der Bremsflüssigleit liegen lassen, sonst zerbröseln diese sehr leicht und sind unbrauchbar. Nach dem abwaschen kann man sie dann sehr gut wieder verwenden. Einfach mal ausprobieren! Gruß Helmut
Was auch gut funktioniert und nicht so giftig wie Bremsflüssigkeit ist, ist Backofenspray. Ich habe es schon probiert, bei Revell-Farben funktioniert es, bei Auto-Lack nicht. Einfach in eine Schüssel o.ä. legen, kräftig einsprühen, über Nacht einwirken lassen, abspülen und bei Bedarf wiederholen.
Du bekommst es bei http://www.kremer-pigmente.de. Im Shop bei der Suchfunktion DOWANOL eingeben. Das Zeugs ist nicht teuer und sollte eigentlich für ein ganzes Modellbauerleben reichen.
Die Wirkung ist unschlagbar. Es gibt Lacke, da brauchst du nur mal kurz mit dem Pinsel etwas drauf tupfen dann löst er sich schon. Hier mal ein Bild; das linke Modell ist uralter Revell-Lack. Keine 10 Minuten im DOWANOL gebadet und dann sah das so aus:
Aber Vorsicht: Laß die Teile nicht zu lange (z.B. über Nacht) da drin. Einige Kunststoffe werden da drin weich. Als Schutz für die Finger reichen normale Einmalhandschuhe.
Zitat Man sollte auch die Teile NIEMALS zu lange in der Bremsflüssigleit liegen lassen, sonst zerbröseln diese sehr leicht und sind unbrauchbar.
Einspruch Euer Ehren!
Aufgrund eines unfreiwilligen Langzeitversuches (Ihr ahnt schon warum...) lagen jetzt die Teile von zwei Actros-Hütten, SK-Großteile und der komplette Aufbau einer Drehleiter für mehr als ein halbes Jahr in einem mit Deckel versehenen Behälter mit frischer Bremsflüssigkeit. Ich entnahm sie letzte Woche dem Bad , spülte sie ab (unter Zuhilfenahme einer ausgedienten Zahnbüste) und habe keine Probleme damit gehabt. Nix zerbröselt oder verformt oder farblich verändert. Wie gesagt, gilt das für Großteile!. Wie es um Kleinteile bestellt ist kann ich nicht sagen. (es waren zwei Hebel dabei, die haben es aber auch überlebt)
Ich werde aber die ganze Brühe filtrieren müssen. Da schwimmt viel übles Zeugs drin rum...
Was passieren kann, ist, dass der Kunststoff ausbleicht und spröde wird. Hatte das mal bei einem alten ERTL Kit. Ansonsten hatte ich noch nie Probleme bei Polystyrol. Vorsicht bei Resin. Da kann die Bremsflüssigkeit die Teile zerstören. Hatte das mal beinem Teil von M&G Mouldings. Das Resin wurde weich und unbrauchbar.
Halo an alle "Entlacker" Ich schreibe hier nur, was ich in eigener Erfahrung erlebt habe. Tatsächlich sind die Teile nicht nur total ausgebleicht , sondern auch so spröde geworden, daß sie in der Hand zerbröselt sind. Dies waren durchwegs aber Anbauteile und sehr dünne Teile, die einfach nicht im geringsten mehr brauchbar waren. Deshalb meine Warnung hier. Ich möchte aber in diesem Zusammenhang noch von einer anderen Erfahrung mit Bremsflüssigkeit berichten, die mich umsomehr erstaunte: Ich entlackte darin auch probehalber Klarsichtteile , das heißt Rücklichter, die übelst bemalt waren und auch Scheinwerfergläser. Diese wurden (bei maximal eintägigem Bad) einwandfrei sauber und blieben KLAR durchsichtig!!! Bei Fensterflächen und Kleberresten kann ich dafür keine Garantie geben und ich glaube auch, daß dies hier nicht möglich ist, da der Kleber bei Klarsichtteilen bereits seine auflösende-zerstörerische Wirkung vollbracht hat. Aber bei Farben kein Problem! Ich hoffe, daß ich vielleicht damit jemand helfen konnte??
wie gesagt, meine Aussagen beziehen sich auf Großteile.
Zu Deiner Anmerkung mit den Klarsichteilen. Die entlackende Wirkung kann ich vollends bestätigen. Bei mir waren eingeklebte Scheiben dabei. Die sind immer noch drin und auch vom Kleber (wie Du ja richtig sagtest - ist ja ein chemischer Prozess des Anlösens des Kunststoffes) versaut. Da hilft dann nur vorsichtig ausbauen, nachschleifen und anschliessend polieren.