nach viel zu langer Zeit muß ich mich endlich wieder mal bei Euch melden, tut mir wirklich leid dafür. Aber wie schon Helmut gegenüber angedeutet, sprachen in den letzten Monaten weniger schöne private Dinge dagegen, um mit dem Hobby konzentriert weiter machen zu können. Und da man unsere Beiträge hier auch sehr einfach im „Gugel“ mitlesen kann, muß privat eben auch privat bleiben, da gehört eben nicht mehr alles in die Texte, ich denke, Ihr könnt das nachvollziehen. Wenn ich mich längere Zeit nicht melde, heißt das nicht, dass ich das Interesse verloren hätte. Man ist halt erst im zweiten Leben Modellbauer.
Aber dennoch habe ich den 190-38 Special weiter vorangetrieben, zwar im Schneckentempo, aber immerhin und – die meiste Arbeit – in die Planung der Komplettbeleuchtung gesteckt. Wie schon mal gesagt, ist es mit R=U/I nicht getan und der Umfang der zig LEDs erfordert eine vorausschauende Planung der elektrischen Leistungswerte, insbesondere der Ströme.
Aufgrund der Komplexität wird es einen eigenen Beitrag in „Wer macht wie“ geben, wo am Beispiel des Cowboy ein solches Beleuchtungsprojekt beschrieben wird. Ich mußte auch feststellen, dass sich in der LED-Technik so viel getan hat, dass einige Planungen komplett über den Haufen geworfen werden mußten. Auf einmal stehen winzigste LEDs zur Verfügung, die so klein sind, dass man theoretisch Warnleuchten am Armaturenbrett nachbilden könnte. Und das in 1:24 ! Für solche Hightech braucht man ein wenig Experimentierzeit und vor allem Zeit für die Beschaffung.
Beispielhaft dafür zeigt das Bild die Experimente zur Beleuchtung der Positionslampen am Spoiler. Zunächst mit einer Micro-Glühlampe geplant, um sie in ein selbst gefertigtes Klarsichtteil einzubauen (auf dem Bild von der Pinzette gehalten). Dann habe ich vor 2 Wochen die LED-Baugröße 0401 entdeckt... auf dem Bild das winzige Ding mit den Kupferdrähten. Ja, das ist eine weiße LED, die sehr hell leuchtet. Da tun sich ganz neue Möglichkeiten auf.
Zur Zeit ist das Chassis dran, der Rohbau schon fertig; von Graten, Gußtröpfchen usw. befreit. Soweit es mir möglich war (Quellenforschung sehr schwierig) habe ich Nieten, Bohrungen, Schrauben usw. versucht nachzurüsten. Von KFS gibt es dazu bekanntlich Ätzteile mit Schrauben und Muttern usw. Die Kotflügel hinten haben bspw. Mutternköpfe aus Messing innerhalb des Rahmens. Nieten lassen sich ganz gut mit Gußastresten machen, die heiß in die Länge gezogen wurden und in winzigste Scheibchen geschnitten, dann aufgeklebt werden können.
Dem Motor hatte ich zwar schon die Einspritzleitungen verpaßt, aber leider ein Bauteil vergessen, weswegen die wieder weg mußten. Also nochmal das Ganze.
Parallel dazu wird die Elektronikinstallation geplant, wo ich noch nicht sicher bin, wann der richtige Zeitpunkt ist, die Verdrahtung (Lackdraht) in den Rahmen einzubauen. Denn die Verdrahtung soll auch gleichzeitig die Originalleitungen am Chassis simulieren, d.h. Luft, Sprit, Kabelbäume. Zum Beispiel führt in den Tankgeber eine Spritleitung. Diese könnte zB. eine Zuleitung für eine oder mehrere LED-Verdrahtungen werden, da sich die Platine für die Blinkschaltung im Tank befinden wird. Hier eine frühe Variante des „Packaging“ der Blinkplatine im Tank (der Tank ist aus der Restekiste, also nicht der originale). Diese Variante ist mittlerweile überholt, die Positionen der Bauteile wurden bereits verändert. Weiterhin zu sehen: die Anschlussbuchsen für die Hauptleitungen und (die rote Box) ein 4-poliger DIP-Schalter, mit dem man von unten die einzelnen Stromkreise der Beleuchtung schalten kann. Mehr dazu im o.g. Elektronik-Teil.
Für die Luft fehlen jetzt noch die wichtigsten Geräte der Druckluftanlage. Leider ist es auch hier schwierig, Bildmaterial der größeren Komponenten zu bekommen. Anschlußpläne habe ich zwar, aber das sind reine Funktionspläne. Und bis ins letzte Detail ist sowas auch kaum möglich.
Der Cowboy von Italeri ist zwar schon recht dicht am Original, es fehlen ihm aber zum echten Cowboy noch ein paar „Kleinigkeiten“, unabhängig von der Beleuchtung.
Hallo Carsten, verfolge dein Projekt mit großem Interesse. Auf die Verdrahtungsorgie bin ich sehr gespannt, da ich mir auch schon löfters Gedanken zwecks Beleuchtung gemacht habe. Aber als Kurzschlußschlosser muß da erst mal was Licht ins Dunkel gebracht werden.
In Antwort auf:Aufgrund der Komplexität wird es einen eigenen Beitrag in „Wer macht wie“ geben, wo am Beispiel des Cowboy ein solches Beleuchtungsprojekt beschrieben wird.
Das wäre natürlich super, wenn du uns da etwas Hilfestellung und die richtigen Denkanstöße geben könntest. Was mich bisher von der Beleuchtung abgehalten hat, sind die meiner Meinung nach viel zu hell leuchtenden LED´s. Lassen sich LED´s eigentlich dimmen? Mir kam der Gedanke für die Stromversorgung einen alten Eisenbahntrafo zu verwenden mit dem man die Spannung und damit die Intensität der Beleuchtung regeln kann.
Hallo Carsten Es freut mich persönlich wirklich sehr, daß Du Dich entschlossen hast, uns in einen "Mikro" Baubericht blicken zu lassen. Es hat hier im Forum zwar schon einige schöne und spektakuläre Um-und Scratchbauten gegeben, doch in "Sachen Microelektronik" beschreitest Du zumindest hier im Forum absolutes Neuland. Umso mehr sind da alle sehr interessiert am betrachten Deiner Werke. Auch ist vollkommen für jeden hier zu verstehen, daß andere Dinge im Leben eifach wohl oder übel den Vorrang vor dem Hobby haben (oder haben müssen)... Wenn ich mir Dein Modell-Vorhaben so ansehe, dann muß ich so an die 20 Jahre zurückdenken, als ich mir mal einbildete, ich müsste alle meine Modelle mit Scheinwerferbeleuchtung ausrüsten. Heute vollkommen lachhaft, was ich damals getrieben habe, doch es funktionierte auch. Absolut ohne Elektronik Bauteile und diverser Widerstände. Ich legte damals einfach eine Batterie aus dem Laden in einen Auflieger, die "Luftanschlüsse" waren die Kontakte und die "Luftleitungen" verbanden die Zugmaschine mit der Batterie. Eben Dein Bild vom Tank erinnerte mich wieder daran. Da ich diesen als Schalter benutzte, das heist ich habe im Inneren mittels eines Giesantes und des einen Anschlußkabels einen Kontakt gebaut, der durch eine Drehbewegung am Tankdeckel geschlossen wurde. Somit bekamen die kleinen Lämpchen in den Scheinwerfern Strom. Aber als dann mit der Zeit die Batterien in den Aufliegern ihren Dienst versagten und teil ausliefen und weiteren Schaden anrichteten, war dieses Thema für mich schon wieder erledigt. Angespornt hatte mich damals ein Heftchen eines Elektronikversandes, wo ich diese kleinen Lämpchen entdeckte, die waren aber fast zehn mal so groß wie die heutigen.
So, jetz habe ich nun mal wieder meinen Senf dazugegeben. Eigentlich wollte ich damit nur mein gesteigertes Interesse und meinen Respekt vor Dir und Deinem Vorhaben bekunden
"Verdrahtungsorgie" ist der richtige Ausdruck, da geht mir die meiste Zeit mit Planung drauf, um das Modell nicht zu verhunzen. Der Elektronik-Beitrag wird bestimmt Licht ins Dunkel bringen.
Dass insbesondere die modernen weißen LEDs zu hell sind, stimmt absolut. Das ist nämlich eines meiner Kernprobleme. Zumindest dann, wenn man die Schaltung stur nach Lehrbuch berechnet und den max. zulässigen Strom von zumeist 20mA fließen läßt. Viel zu viel! Die LEDs kommen mit viel weniger aus und leuchten dann erheblich realistischer bzw. schwächer. Das beschreibe ich dann noch. "Dimmen" könnte man sie evtl. mit einem Potentiometer, um möglichst einfach den bestmöglichen Leuchteffekt zu ermitteln. Hab ich aber nicht gemacht, sondern probiere der Reihe nach verschiedene Widerstände aus. Man muß sich dann halt im Elektronikladen ein kleines Sortiment beschaffen. Die berechneten Werte waren jedenfalls meist zu schwach und damit die LEDs zu hell. Die Idee mit dem Trafo wäre noch zu testen, aber dann dürfte es schwer werden, daraus den erforderlich R-Wert zu ermitteln, sofern der Trafo später nicht ständig angeschlossen sein soll.
Deine Beschreibungen über frühere Beleuchtungsprojekte kann ich nur bestätigen... vor 20 Jahren blieben einem nur kleine Glühlämpchen aus dem Modellbahn-Bereich, die entsprechend verkabelt das ganze Modell verunstalten. Die Lichteffekte waren ebenfalls nur bescheiden, habe damals einen Scania und einen Renault umgebaut. Beide Modelle gibt es nicht mehr. Ups, da fällt mir noch ein Auto aus Stuttgart ein... das könnte ich mal vorstellen
Vielleicht kommt daher der Ansporn, sich diesen Aufwand anzutun. Bei den heute zur Verfügung stehenden Mitteln hat man eigentlich keine Ausrede mehr, zumindest die Hauptbeleuchtung zu beleben. Aber die o.g. Baugröße 0401 hebt auch die letzten Grenzen auf, die ggf. selbst noch durch die "normalen" SMDs gesetzt werden. Ich hoffe, es wird alles so, wie ich es plane. Aber der eigentliche Fahrzeugmodellbau kommt auch nicht zu kurz, versprochen. Das Zeitlimit ist Mitte März 2010. Dann ist nämlich wieder Retro Classics.
PS Nach den MK-Plänen schau ich noch mal nächste Woche.