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Dieses Thema hat 11 Antworten
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 Diverse Arbeitstechniken, Anwendungen und Tipps
KAWIT Offline




Beiträge: 2.103

13.02.2008 21:27
Meine Werkzeuge antworten

Hallo Allerseits,

Heute will ich mal einen Teil meiner Werkzeuge vorstellen. Der Artikelist zwar schon mal in einem anderen Forum erschienen, aber ich möchteihnEuch trotzdem nicht vorenthalten.

Fangen wir mit fotogeätzten Sägen an.

Diese sind, wie der Name schon sagt, mittels Fotoätzverfahren hergestellt und eignen sich ganz hervorragend zum Trennen (denn das ist vom Fertigungsverfahren her das Sägen – kleiner Ausflug in die Theorie) von Kunststoffen.
Die Stärke liegt so im Bereich von 0,2 mm. Und da liegt auch schon der Schwachpunkt: diese Säge neigen zum Durchbiegen und Knicken. (Kann man besonders gut an der langen Säge sehen, da sind schon einige Knicke drin.) Da heißt es dann: langsam und mit viel Gefühl.




Die Sägen auf dem Foto sind von Techstar (TC2010), erhältlich bei Rai-Ro (€14.95) Es gibt dort aber noch eine recht große Auswahl an anderen Feinsägen.


Weiter geht es mit den Stanzwerkzeugen (engl. Punch and Die – nee, hat nichts mit Sterben zu tun, sondern frei : Stempel und Matrize/Schneidplatte)
Da verwende ich zwei Werkzeuge, die ich auch bei Rai-Ro gekauft habe. Diese sind zwar recht teuer, aber ihr Geld allemal wert, wenn man das Ergebnis mit Fertigprodukten für z.B. Schraubenköpfe von CMK, Verlinden oder anderen Anbietern vergleicht.
Als erstes das Set mit 4 Sechskant-Stempeln (Schlüsselweite: 0.8, 1.0, 1.2 und 1.5mm) zum Erstellen von Schraubenköpfen und wer’s ganz auf die Spitze treiben will: auch Muttern. Dann muß man halt nur noch ein Loch durchbohren und ein Stückchen gezogenen Gußast durchstecken und schon ist die Mutternverbindung fertig.

Der Clou an diesen Stempelmaßen: Damit könnt Ihr in 1:24 Schraubenköpfe für M12, M16, M20 und M28 herstellen.



Die Anwendung ist denkbar einfach. Plastikstückchen der richtigen Stärke (siehe Tabelle) zwischen Plexiglasplatte und Schneidplatte legen, Plexiplatte an Plastik anlegen, Stempel in den Durchbruch einfädeln (mit Gefühl!!!) und Zack Stempel durchs Plastik treiben. Ganz wichtig, speziell bei den beiden dünnen Stempeln ist die saubere senkrechte Führung, denn die Gefahr des Bruchs ist permanent vorhanden.
Den 0.8mm-Stempel drücke ich nur mit den Fingern durch das Plastik für die anderen benutze ich einen 70gr. Hammer.
Dann den Stempel wieder vorsichtig heraus ziehen, Plastik verschieben und weiter geht’s...




Sechskant




Sechskant in Action

Das Sechskantset kostet €62,50


Für Scheiben, Instrumente, Nieten, Deckel, u.ä. gibt es ein Set mit 9 zylindrischen Stempeln. (0.6, 0.8, 1.0, 1.2, 1.5, 2.0, 2.5, 3.0 und 4mm Durchmesser) Die Anwendung ist noch einfacher, da man beim Stempeleinführen nicht auf die Ausrichtung achten muß. Aber auch hier gilt senkrecht arbeiten!
Der Preis bei Rai-Ro beträgt € 68,90





Rund

Versteht mich bitte nicht falsch, das soll jetzt keine Werbesendung für Hr. König werden. Diese drei Werkzeuge habe ich bei ihm gekauft und bin sehr zufrieden damit.

Für größere Durchmesser, als die mit dem o.g. Werkzeug darstellbaren, verwende ich Locheisen.
Ich denke, dass man zur deren Anwendung nicht sagen muß. Und dir habe ich allesamt im Set bei Moduni.de gekauft. (Na wenigstens ist das ein kleiner Ausgleich)



Weiter geht’s in meiner Loseblattsammlung an Werkzeugen.

Da wäre da als erstes mal ein sog. Höhenreisser. Seine Funktion besteht darin, parallele Linien zur Bezugsfläche in das senkrecht stehende Werkstück zu ritzen. Damit man diese Anrisse besser sieht, z.B. für Bohrungsmittelpunkte, färbt man die Fläche vorher mit einem Marker. Will man nur Platten auf Maß bringen, ritzt man 2-3mal pro Seite ins Plastik und bricht dann in Abhängigkeit von der Materialstärke die Polystyrolplatte einfach durch. Die Genauigkeit dieses Werkzeugs liegt eindeutig im Zehntel-mm-Bereich. Was ihr hier seht, habe ich am Ende meiner Lehrzeit aus einem defekten Tiefenmeßschieber selbst gebaut. Auf Messen kriegt man die Dinger z.T. recht günstig.
Ihr könnt so etwas auch relativ einfach selber bauen. Ihr braucht dafür eine senkrechte Säule , an die Ihr waagerecht eine Reißnadel(aus dem Baumarkt) verschiebbar anbringt. Die Höheneinstellung erfolgt dann per Lineal. Genauigkeit: mm-Bereich.




Höhenreisser



Höhenreisser


Es geht aber auch einfacher. Im Baumarkt könnt Ihr sog. Streichmaße kaufen. Das sind eigentlich Anreißmittel aus dem Schreinerbereich, aber für uns auch geeignet. Die funktionieren genauso, nur in liegender Lage. Einstellen wieder per Lineal.




Streichmaß


Als nächstes möchte ich Euch einen sog. Polysterolcutter vorstellen.
Das ist eine Schneidemaschine für scharfkantiges Schneiden von Profilen und Platten. Ausgestattet ist der Cutter mit Anschlagwinkeln für 30, 40 und 90 Grad. Ihr ahnt es , das Ding habe ich auch von Rai-Ro. (€ 56,50) Es gibt ähnliche Cutter aber auch von Krick . Schaut Euch auch mal in guten Baumärkten um, da habe so etwas auch schon gesehen.





The Chopper



The Chopper



So das war’s für heute.

Gruß,
Karsten



Gringo17 Offline




Beiträge: 263

13.02.2008 22:45
#2 RE: Meine Werkzeuge antworten

Hallo

Auf Empfehlung von Karsten habe ich mir auch den Polystyrol Cutter besorgt...
KAnn man sehr gut mit arbeiten.

Gruß MArk

oliver ( gelöscht )
Beiträge:

14.02.2008 21:02
#3 RE: Meine Werkzeuge antworten

Hallo Karsten,
wie versprochen meine Werkzeuge

oliver ( gelöscht )
Beiträge:

14.02.2008 21:04
#4 RE: Meine Werkzeuge antworten

Ach ja hätte ich fast vergessen!
Im anderen Zimmer lagern die Pläne!

KAWIT Offline




Beiträge: 2.103

14.02.2008 21:50
#5 RE: Meine Werkzeuge antworten

Und wo ist der Meßschieber???

Hihihi...

Gruß
Karsten

Gringo17 Offline




Beiträge: 263

14.02.2008 23:30
#6 RE: Meine Werkzeuge antworten

Und der Polystyrol Cutter ???

Gruß MArk

KAWIT Offline




Beiträge: 2.103

31.07.2010 14:32
#7 Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo Freunde des gepflegten Scratchbaus,

nachdem ich vor gaaaanz langer Zeit die Punch- and-Die-Sets vorgestellt hatte, habe ich diese mir im Urlaub mal wieder raus geholt und zum Einsatz gebracht. (hat auch den Hintergrund, dass ich für Jochen das zylindrische Set besorgt habe – für die Hälfte meines damaligen Preises – habe ich halt direkt importiert…) Ich brauchte für die nächste Zeit Nachschub an Schraubenköpfen und Unterlegscheiben, also habe ich die Serienproduktion mit meiner Kniehebelpresse angekurbelt. Dabei ist mir aufgefallen, dass Euch noch nie die kleine Presse im Einsatz gezeigt habe, und das will ich jetzt nachholen.
Beim Einrichten der Stanze ist mir aufgefallen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Stanzwerkzeuge einzubauen. Bei dem zyl. Werkzeug ist mir leider wieder die Abstreiferplatte aus Kunststoff zerbrochen. Glücklicherweise ist die aus klarem Polystyrol, so dass ich sie kleben konnte. Hatte dann aber zur Folge, dass ich eine mehr oder weniger aufwändige Niederhaltevorrichtung brauchte, die aber schnell aus vorhandenem Material gebastelt war.
Wichtig war mir bei den zyl. Scheibchen, dass ich mal wieder auf Recyclingmaterial zurückgreifen konnte. Aus Ausgangstoff nehme ich Behälter von Eiscreme aus PS. Durch das Tiefziehen habe die Boxen unterschiedliche Materialdicken, die ich gezielt ausnutze. Einzig bei den Schraubenköpfen habe ich gekauftes Plastik benutzt, da ich diesmal bewußt auch dickere 6-kt-Stücke (als laut Norm für Schraubenköpfe notwendig) herstellen wollte, um in die Lage zu kommen, auch Hutmuttern für Felgen daraus machen zukönnen.

Nun zu den Bildern:




Das Rohmaterial – Verpackung von Eiscreme





Kniehebelpresse mit eingebautem Stanzwerkzeug






Detail des Werkzeuges (inkl. Niederhalter)






Die Ausbeute (dürfte einige Zeit reichen…)






Der Abfall


Auch wenn das jetzt mit der Presse gefährlich aussieht, kann ich jedoch nur dazu raten, da sonst die teuren Stanzwerkzeuge – speziell die dünnen - nicht lange halten. Jochen knobelt wohl schon, wie er eine kleine Exzenterhandhebelpresse basteln kann.
Tja, Jochen, wenn Du das im Griff hast, zeige es doch mal, wäre sicherlich für diejenigen unter uns, die mit Metall umgehen können, eine interessante Idee.
Eine einfache Idee für die runden Stempel kommt mir heute schon. Wer von Euch eine Tischbohrmaschine oder zumindest eine Bohrmaschine im Bohrständer hat, kann die Stempel im Bohrfutter fest einspannen und muss sich nur Gedanken machen, wie er das Unterteil des kleinen Stanzwerkzeuges auf dem Tisch des Bohrständers befestigt. Dürfte aber nicht allzu schwierig sein. Eine oder zwei „Brücken“, die auf der Unterseite des Tisches (durch die Langlöcher für die Nutensteine) angeschraubt werden und das ganze sitzt fest. Na, wer will’s mal probieren? Jochen?
Vielleicht fällt mit auch noch was Einfaches ein.

Viele Grüße,
Karsten

XXL Offline




Beiträge: 2.089

01.08.2010 14:56
#8 RE: Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo !

Karsten hat ja schon ein Teil seiner Werkzeuge gezeigt, hier jetzt das angesprochene Stanzwerkzeug aus den USA. Der Satz besteht aus
9 Stempeln im Durchmesser von 1,0, 1,5, 2,0, 2,5, 3,0, 3,5, 4,0, 4,5 und 5,0mm (erstaunlicherweise keine Zollmaße!)
der passenden Metall – Platte und einer Plexiglas Niederhalter – Platte.



Hier die ersten Probestanzungen mit verschiedenen Durchmessern, noch mit 400gr-Hammer, in der Anleitung steht, man soll einen
Kunststoffhammer benutzen, den werde ich mir noch zulegen:





Drei Stempel mit den aus einer 0,5mm Platte ausgestanzen Teile:



Fazit: Sehr nützliches Werkzeug zum herstellen von feinen Unterlagscheiben, Rückstrahler, Armaturen usw...
Ob ich mir so eine professionelle Stanzvorrichtung wie Karsten baue, muß ich mir mal überlegen, eine Idee hätte ich schon dazu...

Meine zweite Anschaffung ist ein... tjaa.. nennen wir es mal Vakuumsauger-Kugelschreiber, ein Teil, mit vier verschiedenen
Vakuum-Saugnäpfen, einem geraden und einem gebogenen Halter und dem Handgriff mit Ansaug- und Löseknopf. Also
Knopf drücken, Sauger auf das Teil setzen, Knopf loslassen, Teil ist angesaugt. Zum lösen Knopf wieder drücken, Teil löst sich.
Fazit: sehr nützliches Werkzeug zum handling von Teilen, die mit der Pinzette nicht gehalten werden können, wie
z.B. dem einkleben von Scheiben.
Vielen Dank meiner Tochter fürs fotografieren !





Viele Grüße
Jochen

KAWIT Offline




Beiträge: 2.103

20.11.2012 05:02
#9 RE: Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo Leute,

heute stelle ich endlich mal meine Sandfeilen und den Sander mit Schleifbändern vor. Diese Werkzeuge habe ich schon seit knapp 2,5 Jahren im Einsatz und bin vollends zufrieden damit.

Bei den Sandfeilen handelt es sich um Wegwerfwerkzeuge, die wenn sie verschlissen sind, den Weg allen Irdischens gehen. Da es sie in unterschiedlichen Körnungen und wahlweise im Set oder auch einzeln gibt, sind sie so effektiv und kostengünstig. Ich benutze meine Schlüsselfeilen nur noch, wenn ich kleine und enge Konturen feilen muss. Alles andere überlasse ich der Sandfeile, denn die feinen Feilen zu reinigen ist weder einfach, noch schonend für die Feilen.




Beim Sander dreht es sich um einen Grundkörper, auf dem Schleifbänder aufgezogen werden. Ist die Fläche verbraucht, wird einfach das Schleifband weitergedreht.
Netter Effekt sind die abgerundete Spitze und das runde Hinterteil, mit denen man gut in Vertiefungen rein gehen kann.



Seit Neuestem habe ich dünne Schleifstäbe im Einsatz, mit denen man auch an schwer zugängliche Stellen kommt.
Und wenn Ihr mal in einer Drogerie vorbeikommt, schaut doch mal nach Schleifblöcken, die dort für Nägelpolitur angeboten werden. Die kann man hervorragend zum Ausbesseren von Kratzern benutzen. Hier in den Staaten gibt es sie sogar in den gängigen Schleifkörungen. Die Bilder zu den beiden Letztgenannten reiche ich nach.

Zum Abschluss des kurzen Beitrages noch der Hinweis auf eine Deutsche Einkaufsquelle. Die beschriebenen Werkzeuge könnt Ihr bei Rai-Ro bestellen.
Natürlich mit einem gewissen Aufschlag gegenüber dem , was ich hier bei Micro-Mark bezahle…

Viele Grüße,
Karsten

Mart Offline




Beiträge: 3.689

20.11.2012 07:16
#10 RE: Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo Karsten!

Daß sich die superdünnen Sägen biegen, ist kein Wunder! Sie sind falsch "gedacht". Die Zähne stehen, wie bei einer Feinsäge, gerade. Anscheinend soll man damit in beide Richtungen arbeiten können. Diese Denken ist aber Quatsch! Die Sägen sollten "auf Zug- Sägen" ausgerichtet sein - also müssen die Zähne nach hinten (in Richtung Griff) geneigt sein, wie bei einer japanischen Schreinersäge oder wie bei der Laubsäge. Seit ich meine deutschen Feinsägen rausgeworfen und auf die jappanischen Zugsägen umgestiegen bin, schreinert es sich mit Lust und Laune, wo vorher nur Qual zugegen war!

Gruß,

Martin




Chromglanz kann man nicht essen.....

KAWIT Offline




Beiträge: 2.103

20.11.2012 15:03
#11 RE: Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo Martin,

ich verstehe, was Du mit den Zugsägen meinst.
Aber so falsch sind die geraden Sägen auch wieder nicht. Die haben nämlich noch eine andere Funktion: dem Gravieren an Stellen, wo man eine Graviernadel nicht führen kann. Das haben wir mal in Zeiskam vor Publikum mit Jochens Kurzhauber probiert, der neue Gravuren im Bereich der Motorhaube brauchte. Da haben wir die zu gravierende Linie mit Abdeckband definiert und dann vorsichtig graviert.
Ich nutze die Sägen aber hauptsächlich zum Abtrennen von Resinangüssen und habe meine Arbeitsweise der Verzahnung angepasst.

Viele Grüße,
Karsten

Mart Offline




Beiträge: 3.689

20.11.2012 17:51
#12 RE: Noch mehr von meinen Werkzeugen antworten

Hallo Karsten!

Zum Gravieren! Auf die Idee wäre ich nie gekommen!

Gruß,

Martin




Chromglanz kann man nicht essen.....

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