Heute will ich mal einen Teil meiner Werkzeuge vorstellen. Der Artikelist zwar schon mal in einem anderen Forum erschienen, aber ich möchteihnEuch trotzdem nicht vorenthalten.
Fangen wir mit fotogeätzten Sägen an.
Diese sind, wie der Name schon sagt, mittels Fotoätzverfahren hergestellt und eignen sich ganz hervorragend zum Trennen (denn das ist vom Fertigungsverfahren her das Sägen – kleiner Ausflug in die Theorie) von Kunststoffen. Die Stärke liegt so im Bereich von 0,2 mm. Und da liegt auch schon der Schwachpunkt: diese Säge neigen zum Durchbiegen und Knicken. (Kann man besonders gut an der langen Säge sehen, da sind schon einige Knicke drin.) Da heißt es dann: langsam und mit viel Gefühl.
Die Sägen auf dem Foto sind von Techstar (TC2010), erhältlich bei Rai-Ro (€14.95) Es gibt dort aber noch eine recht große Auswahl an anderen Feinsägen.
Weiter geht es mit den Stanzwerkzeugen (engl. Punch and Die – nee, hat nichts mit Sterben zu tun, sondern frei : Stempel und Matrize/Schneidplatte) Da verwende ich zwei Werkzeuge, die ich auch bei Rai-Ro gekauft habe. Diese sind zwar recht teuer, aber ihr Geld allemal wert, wenn man das Ergebnis mit Fertigprodukten für z.B. Schraubenköpfe von CMK, Verlinden oder anderen Anbietern vergleicht. Als erstes das Set mit 4 Sechskant-Stempeln (Schlüsselweite: 0.8, 1.0, 1.2 und 1.5mm) zum Erstellen von Schraubenköpfen und wer’s ganz auf die Spitze treiben will: auch Muttern. Dann muß man halt nur noch ein Loch durchbohren und ein Stückchen gezogenen Gußast durchstecken und schon ist die Mutternverbindung fertig.
Der Clou an diesen Stempelmaßen: Damit könnt Ihr in 1:24 Schraubenköpfe für M12, M16, M20 und M28 herstellen.
Die Anwendung ist denkbar einfach. Plastikstückchen der richtigen Stärke (siehe Tabelle) zwischen Plexiglasplatte und Schneidplatte legen, Plexiplatte an Plastik anlegen, Stempel in den Durchbruch einfädeln (mit Gefühl!!!) und Zack Stempel durchs Plastik treiben. Ganz wichtig, speziell bei den beiden dünnen Stempeln ist die saubere senkrechte Führung, denn die Gefahr des Bruchs ist permanent vorhanden. Den 0.8mm-Stempel drücke ich nur mit den Fingern durch das Plastik für die anderen benutze ich einen 70gr. Hammer. Dann den Stempel wieder vorsichtig heraus ziehen, Plastik verschieben und weiter geht’s...
Sechskant
Sechskant in Action
Das Sechskantset kostet €62,50
Für Scheiben, Instrumente, Nieten, Deckel, u.ä. gibt es ein Set mit 9 zylindrischen Stempeln. (0.6, 0.8, 1.0, 1.2, 1.5, 2.0, 2.5, 3.0 und 4mm Durchmesser) Die Anwendung ist noch einfacher, da man beim Stempeleinführen nicht auf die Ausrichtung achten muß. Aber auch hier gilt senkrecht arbeiten! Der Preis bei Rai-Ro beträgt € 68,90
Rund
Versteht mich bitte nicht falsch, das soll jetzt keine Werbesendung für Hr. König werden. Diese drei Werkzeuge habe ich bei ihm gekauft und bin sehr zufrieden damit.
Für größere Durchmesser, als die mit dem o.g. Werkzeug darstellbaren, verwende ich Locheisen. Ich denke, dass man zur deren Anwendung nicht sagen muß. Und dir habe ich allesamt im Set bei Moduni.de gekauft. (Na wenigstens ist das ein kleiner Ausgleich)
Weiter geht’s in meiner Loseblattsammlung an Werkzeugen.
Da wäre da als erstes mal ein sog. Höhenreisser. Seine Funktion besteht darin, parallele Linien zur Bezugsfläche in das senkrecht stehende Werkstück zu ritzen. Damit man diese Anrisse besser sieht, z.B. für Bohrungsmittelpunkte, färbt man die Fläche vorher mit einem Marker. Will man nur Platten auf Maß bringen, ritzt man 2-3mal pro Seite ins Plastik und bricht dann in Abhängigkeit von der Materialstärke die Polystyrolplatte einfach durch. Die Genauigkeit dieses Werkzeugs liegt eindeutig im Zehntel-mm-Bereich. Was ihr hier seht, habe ich am Ende meiner Lehrzeit aus einem defekten Tiefenmeßschieber selbst gebaut. Auf Messen kriegt man die Dinger z.T. recht günstig. Ihr könnt so etwas auch relativ einfach selber bauen. Ihr braucht dafür eine senkrechte Säule , an die Ihr waagerecht eine Reißnadel(aus dem Baumarkt) verschiebbar anbringt. Die Höheneinstellung erfolgt dann per Lineal. Genauigkeit: mm-Bereich.
Höhenreisser
Höhenreisser
Es geht aber auch einfacher. Im Baumarkt könnt Ihr sog. Streichmaße kaufen. Das sind eigentlich Anreißmittel aus dem Schreinerbereich, aber für uns auch geeignet. Die funktionieren genauso, nur in liegender Lage. Einstellen wieder per Lineal.
Streichmaß
Als nächstes möchte ich Euch einen sog. Polysterolcutter vorstellen. Das ist eine Schneidemaschine für scharfkantiges Schneiden von Profilen und Platten. Ausgestattet ist der Cutter mit Anschlagwinkeln für 30, 40 und 90 Grad. Ihr ahnt es , das Ding habe ich auch von Rai-Ro. (€ 56,50) Es gibt ähnliche Cutter aber auch von Krick . Schaut Euch auch mal in guten Baumärkten um, da habe so etwas auch schon gesehen.
nachdem ich vor gaaaanz langer Zeit die Punch- and-Die-Sets vorgestellt hatte, habe ich diese mir im Urlaub mal wieder raus geholt und zum Einsatz gebracht. (hat auch den Hintergrund, dass ich für Jochen das zylindrische Set besorgt habe – für die Hälfte meines damaligen Preises – habe ich halt direkt importiert…) Ich brauchte für die nächste Zeit Nachschub an Schraubenköpfen und Unterlegscheiben, also habe ich die Serienproduktion mit meiner Kniehebelpresse angekurbelt. Dabei ist mir aufgefallen, dass Euch noch nie die kleine Presse im Einsatz gezeigt habe, und das will ich jetzt nachholen. Beim Einrichten der Stanze ist mir aufgefallen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, die Stanzwerkzeuge einzubauen. Bei dem zyl. Werkzeug ist mir leider wieder die Abstreiferplatte aus Kunststoff zerbrochen. Glücklicherweise ist die aus klarem Polystyrol, so dass ich sie kleben konnte. Hatte dann aber zur Folge, dass ich eine mehr oder weniger aufwändige Niederhaltevorrichtung brauchte, die aber schnell aus vorhandenem Material gebastelt war. Wichtig war mir bei den zyl. Scheibchen, dass ich mal wieder auf Recyclingmaterial zurückgreifen konnte. Aus Ausgangstoff nehme ich Behälter von Eiscreme aus PS. Durch das Tiefziehen habe die Boxen unterschiedliche Materialdicken, die ich gezielt ausnutze. Einzig bei den Schraubenköpfen habe ich gekauftes Plastik benutzt, da ich diesmal bewußt auch dickere 6-kt-Stücke (als laut Norm für Schraubenköpfe notwendig) herstellen wollte, um in die Lage zu kommen, auch Hutmuttern für Felgen daraus machen zukönnen.
Nun zu den Bildern:
Das Rohmaterial – Verpackung von Eiscreme
Kniehebelpresse mit eingebautem Stanzwerkzeug
Detail des Werkzeuges (inkl. Niederhalter)
Die Ausbeute (dürfte einige Zeit reichen…)
Der Abfall
Auch wenn das jetzt mit der Presse gefährlich aussieht, kann ich jedoch nur dazu raten, da sonst die teuren Stanzwerkzeuge – speziell die dünnen - nicht lange halten. Jochen knobelt wohl schon, wie er eine kleine Exzenterhandhebelpresse basteln kann. Tja, Jochen, wenn Du das im Griff hast, zeige es doch mal, wäre sicherlich für diejenigen unter uns, die mit Metall umgehen können, eine interessante Idee. Eine einfache Idee für die runden Stempel kommt mir heute schon. Wer von Euch eine Tischbohrmaschine oder zumindest eine Bohrmaschine im Bohrständer hat, kann die Stempel im Bohrfutter fest einspannen und muss sich nur Gedanken machen, wie er das Unterteil des kleinen Stanzwerkzeuges auf dem Tisch des Bohrständers befestigt. Dürfte aber nicht allzu schwierig sein. Eine oder zwei „Brücken“, die auf der Unterseite des Tisches (durch die Langlöcher für die Nutensteine) angeschraubt werden und das ganze sitzt fest. Na, wer will’s mal probieren? Jochen? Vielleicht fällt mit auch noch was Einfaches ein.
Karsten hat ja schon ein Teil seiner Werkzeuge gezeigt, hier jetzt das angesprochene Stanzwerkzeug aus den USA. Der Satz besteht aus 9 Stempeln im Durchmesser von 1,0, 1,5, 2,0, 2,5, 3,0, 3,5, 4,0, 4,5 und 5,0mm (erstaunlicherweise keine Zollmaße!) der passenden Metall – Platte und einer Plexiglas Niederhalter – Platte.
Hier die ersten Probestanzungen mit verschiedenen Durchmessern, noch mit 400gr-Hammer, in der Anleitung steht, man soll einen Kunststoffhammer benutzen, den werde ich mir noch zulegen:
Drei Stempel mit den aus einer 0,5mm Platte ausgestanzen Teile:
Fazit: Sehr nützliches Werkzeug zum herstellen von feinen Unterlagscheiben, Rückstrahler, Armaturen usw... Ob ich mir so eine professionelle Stanzvorrichtung wie Karsten baue, muß ich mir mal überlegen, eine Idee hätte ich schon dazu...
Meine zweite Anschaffung ist ein... tjaa.. nennen wir es mal Vakuumsauger-Kugelschreiber, ein Teil, mit vier verschiedenen Vakuum-Saugnäpfen, einem geraden und einem gebogenen Halter und dem Handgriff mit Ansaug- und Löseknopf. Also Knopf drücken, Sauger auf das Teil setzen, Knopf loslassen, Teil ist angesaugt. Zum lösen Knopf wieder drücken, Teil löst sich. Fazit: sehr nützliches Werkzeug zum handling von Teilen, die mit der Pinzette nicht gehalten werden können, wie z.B. dem einkleben von Scheiben. Vielen Dank meiner Tochter fürs fotografieren !