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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Diverse Arbeitstechniken, Anwendungen und Tipps
Plastheniker Offline




Beiträge: 63

29.03.2015 00:38
Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Liebe Modellbaukollegen,

wer wie ich findet, daß im Modellbau die Verwendung von Emaille-/ Kunstharz-/1K-Lack nach wie vor den einfachsten Weg zu guten Lackoberflächen darstellt (zumal Acryllack als Aerosol bekanntermaßen fast genauso gesundheitsschädlich ist), könnte sich für folgendes interessieren:

Solange ich mit Spritzpistolen arbeite, ärgere ich mich über die Preise für Modellbaufarben. Heute kostet ein Döschen von 14 ml € 1,79 (Revell), das ergibt einen Literpreis von aktuell rund € 128,00.

Im Beruf gingen seit den Siebzigern auch die Einkaufsrechnungen der Lackiererei über meinen Schreibtisch, daher wußte ich, was ein Liter Qualitätslack im Einkauf kostet. Angesichts der offensichtlich aberwitzigen Gewinnspannen bei Modellbaufarben bin ich früh auf handelsüblichen Autolack, später sogar auf Kunstharzlack aus dem Baumarkt ausgewichen und fand, daß sich damit bessere Oberflächen als mit den qualitativ - vorsichtig ausgedrückt - schwankenden Revell-Farben ergaben. Humbrolfarben waren qualitativ zwar wesentlich besser, aber nicht an jeder Straßenecke erhältlich und ebenso teuer.
Wann immer es also ging, habe ich mir meine Farben zum Lackieren aus größeren Gebinden selbst angemischt, mit etwas Übung geht dies unter Verwendung einigermaßen reiner Grundfarben recht gut. Das Ganze rentiert sich aufgrund der größeren Farbmengen im Lkw-Modellbau recht schnell, um so mehr, wenn man häufig einen bestimmten Originalfarbton mixen will und dies nicht immer beim ersten (oder dem zweiten oder dritten) Versuch gelingt.

So weit, so gut. Allerdings sind im gewerblichen Lackierbetrieb Emaille-/ Kunstharz-/1K-Lacke zugunsten schnell trocknender und aushärtender Lacke aus der Mode gekommen. Zu finden sind sie fast nur noch im Heimwerkerbereich, dort aber in thixotroper Einstellung, d. h. sie sind zum Spritzen, wie idR auf dem Etikett vermerkt, nicht geeignet. Wenn man es dennoch tut, erhält man zwar einen spiegelartigen Verlauf, jedoch deckt die verdünnte Farbe miserabel, und sie zieht sich von Kanten, Erhebungen und Vertiefungen zurück, so daß man viele Spritzgänge mit langen Ablüftpausen braucht - nicht wirklich optimal.

Ich bin auf der Suche nach normal spritzfähigem Emaille-/ Kunstharz-/1K-Lack auf einen deutschen Hersteller gestoßen, der seine Produkte über einen Onlineshop auch in kleineren Mengen verkauft
http://www.lackundfarbe24.de/.
Ich habe dessen Kunstharzlack "Mipalin" vor einigen Tagen erstmals verwendet. Trotz des niedrigen Preises von € 15,53 (einschl. MwSt) pro Liter ist dies einer der besten Lacke, die ich bisher verarbeitet habe. Die Deckkraft selbst von Gelb(!) ist fantastisch, die Füllkraft ist gut, der Glanz ist hervorragend, und der Verlauf mit eher dünner Viskosität ist sehr gut.

Äußerst empfehlenswert!

Gruß aus Pinneberg

Jürgen

S.Oliver Offline




Beiträge: 4.522

29.03.2015 11:16
#2 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Wenn ich das richtig sehe, gibts die Gebinde aber auch erst ab 1Kg ? Ich glaube soviel habe ich von einer Farbe in meiner ganzen Modellbauzeit noch nicht verwendet.
Wenn du schon am testen bist, kannst du uns vielleicht auch mal ein paar Testergebnisse hier vorstellen.
Bei vielen Modellbauern ist wohl der Knackpunkt den richtigen Klarlack zu finden (Stichwort Decalversiegelung).

Gruß
Oliver



Ich hab meine Symptome mal gegoogelt:
entweder hab ich die Pest, Borkenkäfer oder Zylinderkopfdichtung

Plastheniker Offline




Beiträge: 63

30.03.2015 21:59
#3 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Hallo Oliver,

ich werde versuchen, Glanzgrad und Verlauf sowohl eines thixotropen Lacks wie auch des Mipalin irgendwie im Bild vergleichbar zu machen.

Die Gebindegröße von 1kg relativiert sich insofern, als daß man ja nur 5 Farben braucht (Schwarz, Weiß, Reinrot, Reingelb, Reinblau), um damit jeden beliebigen Farbton herstellen zu können.
Wenn die Dosen jedesmal wieder sorgfältig verschlossen und auf den Kopf gestellt gelagert werden und man darauf achtet, daß keine Verdünnung in die offene Dose gerät, ist Kunstharzlack nach meiner Erfahrung wenigstens 10 Jahre lang verwendungsfähig (vermutlich noch wesentlich länger).
Aufgrund des günstigen Preises kann ich mir leichten Herzens bewußt eine größere Farbmenge anmischen als die vermutet unbedingt notwendige Menge: Zum einen geht mir nie wieder beim Spritzen mein Farbton aus, weil ich mich hinsichtlich der Farbmenge verschätzt hatte; zum anderen halte ich mir die Möglichkeit offen, noch beim Spritzen meine Mischung nachzubessern, wenn sie am Modell doch nicht ganz überzeugend aussieht.

Hinsichtlich des optimalen Klarlacks hat wohl noch niemand d i e endgültige Antwort. Die Geister scheiden sich ja bereits bei der Frage, ob überhaupt Klarlack aufgebracht werden soll. Wenn ich mich recht entsinne, gilt bei den Befürwortern nach überwiegender Ansicht im größten amerikanischen Modellfahrzeug-Forum ein Klarlack von Micro-Scale (?) als der z. Z. beste, da er sowohl hochglänzend als auch wasserklar sein soll. Sofern der Begriff "Klarlack" etwas weiter gefaßt wird, ist wohl Future (heißt m. W. heute Pledge) der absolute Favorit in USA und auch in England, ist aber hierzulande kaum erhältlich.

Gruß aus Pinneberg

Jürgen

Plastheniker Offline




Beiträge: 63

04.04.2015 23:15
#4 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Liebe Modellbaukollegen,

vielleicht geben die folgenden Bilder einen ungefähren Eindruck.
Weder die thixotropen Lacke noch das Mipalin wurden nach dem Spritzen verändert, d. h. sie wurden nicht geschliffen und poliert, und es wurde auch kein Klarlack aufgebracht.


Thixotrope Lacke Hagebau





Mipalin
(erstmalige Verwendung auf Scratch-Fahrerhaus-Dach)

Gruß aus Pinneberg

Jürgen

Mart Offline




Beiträge: 3.972

05.04.2015 11:09
#5 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Hallo Jürgen!

Da kann man nur sagen: Welch ein Glanz in (oder besser: auf) der Hütte! Die Farben sind ja super!

Aber: Gibts die auch in Sprühdosen???
Ich habe mir für das aktuelle Modell (Rahmenfarbe) Industrielack anmischen lassen, der aber teils "klümpchenweise" aus der Sprühdose kommt, weil er zu wenig Verdünnung enthält. Da ich aber keine Spritzpistole habe, muß ich auf Sprühdosen zurück greifen. Ich verwende deshalb nur Dupli Color Sprühdosen, weil die Lacke auch nicht schlecht sind und die Dosen einen sehr feinen Sprühnebel erzeugen. Aber so klasse, wie bei Dir, werden die Oberflächen nicht! Für meine Ami- Modelle reicht das aber, weil deren Lackierungen auch nicht die allerbesten sind! Auch im deutschen LKW- Fahrzeugbau wurde in den kleinen Fabriken noch bis in die 60er Jahre hinein mit Pinsel und Rolle lackiert. Später kam dann die Tauchlackierung. Klavierlack- ähnlicher Glanz war da auch nicht zu finden Aber es sieht halt geil aus!

Gruß,

Martin




Nachschub rollt!

Plastheniker Offline




Beiträge: 63

07.04.2015 22:35
#6 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Hallo Martin,

das Mipalin gibt es wohl nicht in Spraydosen. Dupli-Color ist nach meiner Kenntnis aber qualitativ und preislich eine gute Wahl. Dafür spricht auch, daß des öfteren zu lesen ist, daß der Inhalt den Dupli-Color-Spraydosen entnommen und dann wegen der einfacheren Handhabung in der Klein-Spritzpistole verspritzt wird.

Ich benutze übrigens Klein-Spritzpistolen seit den Siebzigern, meine erste war ein aus der damaligen Sowjet-Union(!) stammender Eigen-Import von Rettkowsky namens "Aerograph". So simpel dieses Gerät nach heutigen Maßstäben auch war, schon dieses machte gegenüber den zuvor genutzten Spraydosen das Lackieren sehr viel einfacher. Dies gilt für die heutigen, sehr guten Pistolen um so mehr. Nach einigen Jahren macht sich über die geringeren Farbkosten die Investition auch noch bezahlt.
Sollte mich jemand fragen, ob sich nach meiner Erfahrung der Kauf einer Pistole wirklich lohnt, würde ich dies uneingeschränkt bejahen.

Gruß aus Pinneberg

Jürgen

Mart Offline




Beiträge: 3.972

10.04.2015 21:41
#7 RE: Eine Alternative zu überteuerten Modellbaufarben - preiswert und gut antworten

Hallo Jürgen!

Lackieren ist nicht meine Stärke! Mit der Billig- Airbrush von Revell bin ich nicht zurecht gekommen und als sich dann die Nadel verbog, habe ich das Ding entsorgt. Meine Überlegung ging schon mal hin zu einer kleinen SATA- Pistole. Kompressor habe ich, fehlt eigentlich nur ein Entwässerer, ein Druckregler und die Pistole. Was mich aber bisher davon abhielt, waren die großen Dosen, in denen der Lack im Allgemeinen verkauft wird. Was machen mit dem Rest? Man will ja nicht alle Modelle in der gleichen Farbe haben! Die Dupli- Dosen auf zu brechen, um an den Lack zu kommen, ist aber eigentlich Schwachsinn! Der Sprühnebel ist sehr fein und "rotzen" tun die Dosen auch nicht. Vor Gebrauch die Dose einige Minuten in heißes Wasser gestellt, damit sie ordentlich Druck aufbaut und dann geht das schon ganz gut.

Gruß,

Martin




Nachschub rollt!

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