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 Diverse Arbeitstechniken, Anwendungen und Tipps
Mart Offline




Beiträge: 3.640

01.01.2013 13:52
Bauanleitung Hydraulikzylinder aus Radioantenne antworten

Hallo zusammen!

Da ich schon öfters gefragt wurde, wie ich Hydraulikzylinder aus Radioantennen bastle (und ich das nicht jedesmal wieder neu erläutern brauche), setze ich hier jetzt mal eine Bauanleitung ein. Zuerst habe ich versucht, das zu photographieren, was aber daran scheiterte, daß die verchromten Antennen zu heftig spiegeln. Man sieht dann nichts mehr. Deshalb hier als Skizzen.

Bitte die Bauanleitung erstmal komplett durchlesen!


Zuerst muß man sich über den Durchmesser des Zylinders im Klaren sein. Die Antennen gibts im Radiogeschäft als Ersatzteile in verschiedensten Durchmessern. Oder man bestellt sich eine Ersatzantenne für eine Funkfernsteuerung. Für Zylinder an Kippern eignen sich durchaus Exemplare bis 12 mm Durchmesser. Der eigentliche Außendurchmesser wird aber nochmals ein bischen größer (dazu später mehr)!



1.:
Antenne auseinanderziehen und das untere Ende mit einem Rohrschneider abtrennen. Der Halter geht erfahrungsgemäß ca. 15 mm in das Rohr hinein. Durch den Druck des Rohrschneiders wird das Antennenrohr etwas nach innen gequetscht. Diese Quetschung wird sorgfältig weggefeilt.

2.:
Die einzelnen Antennensegmente werden nun nach unten herausgeschoben. Hierbei ist zu beachten, daß die Kupferfedern, die am unteren Ende jedes Segmentes sitzen, nicht verloren gehen bzw. vertauscht werden!

3.:
Die entsprechende Länge des untersten Segmentes (also das dickste Rohr) wird mit dem Rohrschneider am OBEREN Ende auf die gewünschte Länge geschnitten. Das untere Ende hat kleine Löcher zur Arretierung der Kupferfedern. Diese Löcher werden also dringend gebraucht!
Auch hier wird an der Schnittstelle das Rohr wieder eingequetscht. Diese Quetschung NICHT wegfeilen! Sie wird als oberer Anschlag genutzt, so daß das innenliegende Rohr nicht nach oben herausgezogen werden kann!

4.:
Die Kupferfedern werden mit einer kleinen Schere gekürzt. Damit sie nachher besser in das Rohr reingehen, können die oberen Enden etwas konisch gefeilt werden. Die Federn aber immer so lang als möglich lassen! D.h.: Bei langen Rohrlängen braucht man sie evt. gar nicht zu kürzen. Das kann man aber recht schnell herausfinden, wenn man die einzelnen Rohrsegmente nebeneinanderlegt und sieht, ob die Federn einer Kürzung bedürfen oder nicht.
Eventuell den Arbeitsschritt 4. nach Arbeitsschritt 5. vornehmen!



5.:
Wichtig: Nicht alle Segmente der Antenne vorab und vor allem nicht auf die gleiche Länge kürzen! Immer nacheinander die einzelnen Segmente bearbeiten. Die Kupferfedern sind hier in der Skizze sehr übertrieben dargestellt. Es soll aber verdeutlichen, daß die Quetschung am oberen Ende des Rohres als Arretierung der Federn dient. Sollte die Qutschung so stark sein, daß das innere Rohr nicht durchgeht, muß die Quetschung GANZ VORSICHTIG etwas mit der Rundfeile aufgefeilt werden. Aber Achtung! Ein zehntel Millimeter zuviel und das innere Segment rutscht durch! Dann war die ganze Arbeit umsonst!

Das folgende Rohrsegment wird nun so lang abgeschnitten, daß es etwas über das vorherige Rohr hinaus schaut (siehe auch Bild 6).

6.:
Das äußere Rohr wird nun mit einem passenden PS- Rohr umhüllt. Sollte das PS- Rohr nicht passen (Durchmesser zu groß oder zu klein), wird dieses der Länge nach aufgeschnitten und entweder ein schmaler Streifen herausgeschnitten oder zusätzlich ein solcher eingeklebt. Damit man das Antennensegment mit dem PS- Rohr mittels Seundenkleber verkleben kann, muß der Chrom runtergeschliffen werden.
Das PS- Rohr muß länger werden, als das Antennensegment, damit am unteren Ende noch der Drehbolzen Platz hat. Eine alternative Lagerung ist natürlich ebenso möglich. Bei der Längenbestimmung des gesamten Zylinders muß das vorab beachtet werden!
An das PS- Rohr können nun die Anschlüsse für die Hydraulikleitungen geklebt werden.

7.:
Die obere Lagerung des Zylinders ist immer dem Modell anzupassen. Man kann sie - je nach Innendurchmesser des obersten Antennensegmentes - aus einem Kardangelenk, aus PS- Stäben oder -rohren herstellen. Damit der Sekundenkleber greifen kann, auch hier wieder den Chrom im Inneren des Rohrsegmentes wegfeilen.


Vom Prinzip her ist das Herstellen eines Hydraulikzylinders nach dieser Methode recht simpel, wenn man es einmal gemacht hat. Der Vorteil der Antennen ist eben die schöne, verchromte Oberfläche der Segmente, was sehr realistisch aussieht. Zudem hat eine solche Antenne genügend Kraft, selbst einen beladenen Kipper in Position zu halten und trotzdem gleitet das Ganze ordentlich, ohne zu verkanten.

Beispiele:

Ford Kipper

Sliding Axle Trailer (Seiten 1 u. 2)

Mack RW 700 Wrecker

Viel Spaß beim Basteln!

Martin




Chromglanz kann man nicht essen.....

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